11.01.2020 • Bloatware entfernen

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Bloatware entfernen

Egal ob Windows, Android, Browser und Co. – überall wird man mit Werbung, Systemapps konfrontiert. Am meisten findet man Werbeapps (Rootapps/ Bloatware/ Pre-installed Apps/ Partner-Setups) unter Android.

Die EU will mit dem Digitial-Service-Act (D-S-A) den Techgiganten die Macht eindämmen und die Hersteller dazu zwingen, Bloatware (Apps die der Nutzer nicht will) vom System zu entkoppeln und damit deinstallierbar machen.

Es gibt aber schon zahlreiche Möglichkeiten

Für Android gibt es das sogenannte ADB/Fastboot Tool welches auf JAVA11 basiert und auf User-Ebene die Bloatware deinstalliert ohne das Root-Rechte benötigt werden. In unserem Test haben wir ein ADB/Fastboot Tool für XIAOMI’s RedMi Note8 Pro verwendet und es klappte hervorragend. Dennoch sollte man sich, vor dem Löschen, vergewissern, das keine App ins Nirvana verschwindet welches eventuell systemrelevant ist. Denn, ein risikierter Soft- und/ oder Hard-Brick wäre irreversible (Bei Soft-Brick müsste die STOCK-ROM geflasht werden).

NOTICE: PWP24 haftet nicht dafür, wenn Nutzer Tools verwenden die Ändernungen an Software vornehmen und Geräte ggf. dadurch unwiderruflich beschädigt werden! PWP24 berichtet lediglich aus eigenen Versuchsreihen und rät generell nicht dazu, die Anwendungen zu nutzen oder die Schritte zu befolgen.

ADB/Fastboot

In unserem Test haben wir mittels ADB/Fastboot Tool und Java11 unser Smartphone von Bloatware befreit (auf User-Ebene, nicht auf Root-Ebene). Dazu mussten wir die Entwickleroptionen aktivieren, den Bootloader und das USB-Debuggung freischalten. Der Aufwand insgesamt dauert keine 5 Minuten.

Windows 10

Für Windows 10 gibt es auf Powershell-basierende fertige Skripts. Diese Skripts müssen mit Powershell als Administrator ausgeführt werden. Diese Skripts deinstallieren die Bloatware vollständig aus dem System.

Achtung: Die Windows 10 Lösung kann zu Folge haben, das Windows Update, Cortana und die Windows Suche nicht oder nicht mehr richtig funktionieren.

Sollten gewisse wichtige Dienste nicht mehr funktionieren, so muss Windows 10 zurückgesetzt werden. Ggf. müssen andere Tools genutzt werden um die fehlenden Dienste wieder zu installieren.

EU plant ergänzendes Regelwerk

Nicht nur den Nutzer:innen sind Bloatware ein Dorn im Auge, sondern auch die EU stört sich daran, wie viele Tech-Sites und Online-Verlage berichteten. Die Digital-Service-Acts wäre nur ein Beispiel für ein großes „Verbotskatalog“ welches auch die Bloatware berücksichtigen soll. Geht es nach den Willen der EU zu Gunsten der User – dürfen die Bloatware nur dann bereit gestellt werden, wenn die Nutzer:innen diese auch mühelos und unwiderruflich deinstallieren können. Diese müssten auch dann deinstalliert bleiben, wenn das Smartphone in die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.

Lobbyarbeit und Streitigkeiten zwischen EU und den Tech-Konzernen waren vorprogrammiert. Denn ohne diese Zwangsapps gehen einige Milliarden Werbegewinne den Bach runter.
Datenschützer kritisierten, dass EU Entscheider unter Auschluss der Öffentlichkeit mit den Tech-Konzernen „Diskussionen“ zum D-S-A führten, wohl, um Ausnahmen zu Gunsten der Monopolisten zu gewähren und in der D-S-A zu berücksichtigen. Denn Tech-Giganten wie Google, Facebook und Co. profitieren von Nutzerdaten um mit personalisierte Werbung Geld zu gewinnen.

Fazit

Werbung ist richtig und wichtig, aber nicht auf den Rücken der Verbraucher:innen und Nutzer:innen. Datenschutz ist wichtiger, Anonymität ebenfalls. Da darf man sich nicht wundern, dass die Stimmen nach mehr Selbstbestimmung lauter werden. Es gibt sogar palettenweise Petitionen für ein generelles Werbeverbot auf digitalen Plattformen. Jedoch muss bedacht werden, dass Content nicht kostenlos ist, die User:innen bezahlen mit Daten. Und diese Daten bringen den Marketern, Providern, Betreibern unmengen an Geld. Das neue „Gold“?!

Auf der anderen Seite dürfen Hersteller nicht vergessen, dass die Endverbraucher Eigentümer ihrer Smartphones, Watches, Tablets und PC sind. Die Verbraucher:innen entscheiden demnach welche Software/ App installiert sein darf/kann/soll und welche „Bloatware“ ist und damit weg gehört.

Ein Ende von Streitigkeiten und Diskussionen scheint in weiter Ferne zu sein.

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