10.04.2021 • Filternet

Gefiltert und gesperrt • Netzsperren

Wenn private Konzerne das Internet kontrollieren und Seiten sperren

[PWP]

Das Internet, das alle derzeit kennen und lieben, wird es in nahe Zukunft nicht mehr geben.
Große Telekommunikationsanbieter (ISP) und andere Konzerne nutzen die MACHT aus, um ALLEN in Zukunft vorzuschreiben, welche Websites in Zukunft erreichbar sein dürfen und welche gesperrt werden sollen.

Das gesiebte Internet hängst also von derzeit 13 Mitgliedern der CUII (Clearingstelle Urheberrecht im Internet) ab. Dort sitzen auch ehemalige Verfassungsrichter als „Kremium“ und die Bundesnetzagentur (BNetzA) entscheidet abschließend dafür oder dagegen, ob eine Website erreichbar sein darf oder nicht.

Mitglieder der Clearingstelle • Selbstregulierung Informationswirtschaft e.V.

  1. 1&1
  2. Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V.
  3. Bundesverband Musikindustrie e. V
  4. DFL Deutsche Fußball Liga GmbH
  5. game – Verband der deutschen Games-Branche
  6. mobilcom-debitel GmbH
  7. Motion Picture Association (MPA)
  8. Sky Deutschland Fernsehen GmbH & Co. KG
  9. STM
  10. Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  11. Telekom Deutschland GmbH
  12. Verband der Filmverleiher e.V.
  13. Vodafone Deutschland GmbH

VPN und DNS als Brechstange

Doch die Netzsperre nützt nur gegen einfache, weniger IT- und Technikaffine Nutzer:innen, nicht aber gegen Profinutzer:innen, IT-Spezialisten und versierte Nutzer:innen.

Denn diese können via VPN (Virtual Private Network) oder via DNS (Domain Name System) oder sogar mit Raspberry PI alle blockierten und gefilterten Websites wieder freischalten und abrufen.

Damit dürfte die sich selbstverwaltende Clearingstelle ein Eigentor geschossen haben. Denn der heimische Router dient lediglich als Vermittler/ Gegenstelle und leitet lediglich Anfragen weiter und nimmt Antworten entgegen (einschließlich Datenpakete (Downloads/ Uploads)).

Sinn soll ja sein, Urheberrecht stärker zu schützen und illegale Websites zu filtern. Sicherlich nett gemeinte Ambitionen, aber in einer Demokratie sollen immernoch Gerichte entscheiden, was urheberrechtlich bedenklich ist und was nicht. Generell soll Justiz und Politik entscheiden was erlaubt ist und was verboten gehört. Was nicht OK sein dürfte, dass private Konzerne als neue GATEKEEPER auftreten und hier Filter einsetzen um anderen Konzernen und Unternehmen den gerichtlichen Weg zu ersparen, indem Websites mit offensichtlich urheberrechtlich bedenklichen Inhalten von vornherein gefiltert werden.

Wie VPN und DNS/ DynDNS eingerichtet werden können, um der CUII ein Schnäppchen zu schlagen, werden wir in einem anderen Artikel ausführlich beschreiben. Und keine Sorge, es ist LEGAL!

Aber auch Tante Google und andere Suchmaschinen können Anleitungen hervorzaubern, um VPN und DNS/ DynDNS einzurichten, um der CUII einen Denkzettel zu verpassen.

 

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